Das Werkstattverfahren

Anlass und Ziel

Das Gelände prägte jahrzehntelang als aufstrebender Produktionsstandort des Maschinenbaus den Stadtteil Köln-Kalk. In Folge des wirtschaftlichen Strukturwandels wurden die für ihre Zeit technisch und architektonisch bedeutsamen Werkshallen Ende der 1990er Jahre zum Teil aufgegeben. Für einzelne Hallen wurden Nachnutzungen gefunden, andere wurden abgebrochen. Innerhalb des Betrachtungsraumes stellt sich inzwischen der Großteil der alten Werkshallen und Freiflächen als mindergenutzt dar und bildet Potentialflächen für eine großräumige Entwicklung. Aufgrund der Größe und Lage des Gebietes in direkter Nachbarschaft zum Bezirkszentrum Kalk besteht die Chance, mit einer Umstrukturierung den Stadtteil prägend zu gestalten.

Der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Köln hat mit Beschluss vom 30.03.2017 die Verwaltung mit der Durchführung eines geeigneten Planungsverfahrens beauftragt.

Ziel des jetzt stattfindenden Werkstattverfahrens ist es, die konzeptionellen Grundlagen für die zukünftigen Entwicklungen des Kalker Südens zu legen. Hierzu ist ein nutzungsstrukturelles, städtebauliches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept unter Berücksichtigung des historischen Gebäudebestandes zu erarbeiten.

Die Konzeptfindung erfolgt in einem gemeinsamen Dialog von

  • drei interdisziplinären Planungsteams,
  • der Öffentlichkeit und
  • dem Begleitgremium.
Luftbild mit Betrachtungsraum, April 2017.

Aufgabenstellung

Es sind ein städtebauliches Konzept sowie Nutzungsvorschläge für die einzelnen Bestandshallen und Freiflächen zu erarbeiten. Neben längerfristigen strategischen Überlegungen sind temporäre Übergangsnutzungen aufzuzeigen und deren Umsetzungsmöglichkeiten durch gezielte Investorenansprache nachzuweisen. Zwingend einzuplanen sind eine weiterführende Schule sowie eine Kindertagesstätte sind innerhalb des Plangebietes. Die Umsetzungsfähigkeit der Ideen ist in einem Realisierungskonzept nachzuweisen.

Die detaillierte Aufgabenstellung zum Verfahren kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden:

Aufgabenstellung des Werkstattverfahrens (295 Downloads)

 

Werksgelände Klöckner-Humboldt-Deutz AG. Werk Humboldt / Werk Kalk. Illustration, 1960. Quelle: Rheinische Industriekultur e.V.

Verfahrensablauf

Das Verfahren wird als kooperatives, städtebauliches Werkstattverfahren durchgeführt. Drei interdisziplinär besetzte Planungsteams sind aufgefordert, im Dialog mit der Öffentlichkeit ein realisierbares Gesamtkonzept für das Plangebiet zu entwickeln.

Besondere Herausforderung wird sein, die aktuell nur zum Teil genutzten imposanten, raumprägenden Hallen der Gründerzeit und bestehende Brachflächen in das Nutzungskonzept einzubinden und die einmalige Identität des Ortes zeitgereicht fortzuschreiben.

Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich an drei öffentlichen Werkstätten an der Diskussion zu den Perspektiven des Areals zu beteiligen und ihre Ideen einzubringen. Die Planungsteams sind aufgefordert, die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger zu prüfen. Ein Anspruch auf Umsetzung besteht nicht.

Die Diskussion und Bewertung der Arbeiten wird von einem Begleitgremium fachlich unterstützt.

Der Verfahrensablauf ist in der folgenden Grafik übersichtlich zusammengefasst. Bei Klick auf die Grafik wird diese in einem separaten Fenster geöffnet.

Werkstattverfahren Hallen Kalk / Verfahrensablauf

 

Werkstatt 1 | Auftakt

Samstag, 13. Mai 2017 von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Kaiserin-Theophanu Schule

In der ersten Werkstatt wurde in die Aufgabe und das Verfahren eingeführt. Die Planungsteams und das Begleitgremium stellten sich der Öffentlichkeit vor.

In geführten Erkundungsrundgängen durch das Plangebiet konnten sich alle Anwesenden mit dem Ort vertraut zu machen.

Anschließend sammelte die Öffentlichkeit ihre Anregungen zur Entwicklung des Plangebiets an fünf Ideenständen. Hier bestand die Möglichkeit, die Ideen gemeinsam mit den Teams zu diskutieren.

Die Veranstaltung schloss mit einer Zusammenfassung der Anregungen und einem Impuls des Begleitgremiums.

Die Dokumentation der 1. Werkstatt finden Sie hier.

Werkstatt 2 | Halbzeit

Freitag, 9. Juni 2017 von 17:00 bis 22:00 Uhr in der Kaiserin-Theophanu Schule

In der zweiten Werkstatt präsentieren die Planungsteams ihre ersten Konzeptideen.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die gezeigten Ideen mit jeweiligen Planungsteams zu diskutieren, Lob und Kritik zu äußern und Anregungen für die weitere Bearbeitung zu geben. Die Teammitglieder fassen die Ergebnisse der Diskussion zusammen und tragen ihre Erkenntnisse vor.

Anschließend gibt das Begleitgremium nach einer Beratung Empfehlungen zur Konkretisierung der Konzepte.

Werkstatt 3 | Finale

Samstag, 8. Juli 2017 von 10:00 bis 15:00 Uhr in der Kaiserin-Theophanu Schule

Bei der Abschlusspräsentation stellen die Planungsteams ihre konkretisierten Konzepte vor.

Erneut besteht die Möglichkeit, die Konzepte mit den Planungsteams zu diskutieren.

Nach einer Beratung bewertet das Begleitgremium die einzelnen Arbeiten und formuliert Empfehlungen zur weiteren Umsetzung.

Ausblick Umsetzung

Im Anschluss an die Werkstätten werden die Ergebnisse öffentlich ausgestellt.

Das Werkstattverfahren wird in einer Dokumentation zusammengefasst, die den politischen Gremium zur Beschlussfassung für die weitere Umsetzung vorgelegt wird.

Innenraum Halle 70.